BILD HAMBURG-Die Pogromstimmung in Deutschland um 1938 kam nicht vom Hitlerregime alleine noch aus der Bevölkerung heraus. Mitgemacht haben viele, unter anderem auch Institutionen wie Polizei und Feuerwehr.
Beide Berufsgruppen haben größtenteils den per Fernschreiben mitgeteilten Befehl von Reinhard Heydrich umgesetzt und damit gleichzeitig die Integrität ihres Berufsstands massiv verletzt. Feuerwehrleute, die nicht löschen, wenn es brennt und Polizisten, die nicht einschreiten, wenn geplündert wird, verlassen den professionellen Ehrendkodex ihres Berufs.
So wäre das heute und so war es auch damals. Wie konnte es dazu kommen? Wie lebt man anschließend damit? Und wie entwickelt man sich vom Freund und Helfer zum Massenmörder? Diese Fragen schweben seit der Pogromnacht 1938 über den Berufen Polizei und Feuerwehr.
Während des Holocaustgedenktages wollen wir mit neuen Impulsen zum Nachdenken anregen, denn wir stehen in der Tradition des staatlichen Gewaltmonopols und setzen diese fort. Der diesjährige Festvortrag stellt deshalb das Berufsverständnis von Polizei und Feuerwehr in den Fokus. Beide Berufsgruppen sollen Menschen aus Gefahren retten und nicht in Gefahr bringen. Wie es vor gut 70 Jahren mit diesem Auftrag bestellt war, skizziert Thomas Köhler von der „Villa ten Hompel“ in Münster in seinem Vortrag.
Anschließend lesen Studierende der Hochschule der Polizei Hamburg aus Aufzeichnungen der „Forschungs- und Arbeitsstelle ‚Erziehung nach/über Auschwitz’“ (www.fasena.de) aus der Pogromnacht in Hamburg-Harburg. Der Gedenktag ist eine gemeinsame Veranstaltung der beiden Bildungseinrichtungen der Polizei.
In diesem Jahr lädt die Hochschule der Polizei Hamburg dazu ein. Interessenten melden sich bitte bis zum 13. Januar 2010 bei Silke Stemme per E-Mail an: silke.stemme@hdp.hamburg.de
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